(2)Die medizinische Hypnose: Formen, Möglichkeiten und Grenzen

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Zur Geschichte der Hypnose

Hypnotische Verfahren gehören zweifellos zu den ältesten psychischen Heilmethoden. Sie sind aus dem alten Ägypten, dem Asklepioskult (Tempelschlaf) bei den Griechen und einer Vielzahl analoger Praktiken bis in die Neuzeit bekannt. Man findet sie auch in anderen Kulturen, im Schamanentum, bei Medizinmännern und Heilungstraditionen primitiver Völker.

Die Hypnosetradition in Europa setzte sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts vor allem über A. Forell und E. Bleuler, und über O. Vogt und J. H. Schultz in Berlin fort. Das von Schulz entwickelte Autogene Training ist ein abgeleitetes selbsthypnotisches Verfahren, das aus der Hypnose entstand.

Hypnotisierbarkeit

Die Frage nach der Hypnotisierbarkeit eines Menschen überhaupt, bewegt nicht nur viele Laien, sondern hat auch große Bedeutung für die therapeutischen Indikationen, sowie die Beziehung des Patienten zum Hypnotiseur, was eigentlich den wichtigsten Faktor darstellt. Nach überwiegender Einschätzung gelten höchstens zehn Prozent der Menschen als nicht hypnotisierbar, allerdings kann man auch mit Widerständen arbeiten, d. h. wobei hiervon noch ein weiterer Teil durch häufiges Hypnotisieren reagiert. Etwa 20 Prozent der Menschen, meist auch traumatisierte, sind sehr tief hypnotisierbar, teilweise bis zu somnambulen Zuständen mit Amnesie, ein Großteil liegt im Bereich mittelgradiger Hypnosetiefen. Gerade diese erweisen sich aber für die Therapie meist als günstiger, wohl eben wegen des bewußten Ich-Anteils.

Aufbau und therapeutischer Kontext

Der Hypnose liegt eine intensive Beziehunggestaltung beiderseits zwischen Therapeut und KlientIn (“hypnotischer Rapport”) zugrunde. Um ein möglichst störungsfreies Zustandekommen zu gewährleisten, sollte eine entspannte, geräuscharme, optisch leicht gedämpfte Atmosphäre geschaffen werden. Auch eine ruhige, freundlich monotone Sprache des Hypnotiseurs dient der Innenorientierung. Die Vertrauensbildung hierzu setzt eine empathische Einstellung des Hypnotiseurs voraus. Hypnose kann prinzipiell sowohl im Liegen als auch im Sitzen, als Einzel- oder als Gruppen-Hypnose ermöglicht werden. Unabhängig hiervon ist zu jeder hypnotischen Sitzung ein kurzes Vor- und Nachgespräch wichtig.