Ist mir zu helfen?

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Normalerweise denkt man, bekommt man ja auch von allen Seiten gesagt, dass man sich selbst beherrschen soll z. B. bei Depressionen, sich nicht hängen lassen soll bei Burn-out, bei Panikattacken einfach ruhiger werden soll, bei Ängsten, sich der Angst stellen, bei körperlichen Symptomen was vom Arzt geben lassen usw..

Andere wiederum geben Ratschläge, was am besten wäre oder Tipps, was man machen muss, um seine Verhalten oder seine Symptome loszuwerden.

Die meisten Therapeuten folgen ihren Therapieschulen und schauen nicht über den Tellerrand. Die Krankenkassen brauchen Diagnosen, die in ihren Katalogen stehen, um mit Krankenhäusern oder Therapeuten, Psychologen und Psychiatern abzurechnen. Der Mensch, als Individuum, bleibt auf der Strecke. Keine Plätze zur Therapie vorhanden, weil 10, 20, 30 – 50 Sitzungen, unter Verlängerung, angeboten werden, um Probleme zu lösen. Aber Fakt ist, dass diese Therapien meistens nichts nützen, um auf den Punkt zu kommen oder es werden Neuroleptika, Psychopharmaka und Schmerzmittel verabreicht. Zitat “da müssen Sie jetzt damit leben und die Medikamente einfach regelmäßig nehmen”.

Es ist bisher noch nicht vorgedrungen, gerade in der Psychiatrie, dass den Symptomen Ursachen zugrunde liegen. Was behandelt wird sind die Symptome.

Ein Beispiel: eine Magersüchtige wird in eine psychosomatische Klinik verlegt. Dortselbst soll sie ihr Essverhalten kontrollieren. Paradox nicht wahr. Genau das macht sie doch schon die ganze Zeit – ihr Essen kontrollieren. Dahinter liegt aber ein ganz anderes Schicksal. Echte Magersüchtige haben oft eine oder mehrere Missbrauchs- oder Vergewaltigungserfahrungen gemacht. Haben also Trauma erlebt.

Ich will damit sagen, dass die meisten Symptome und sozial auffälliges Verhalten einen Grund haben, eine Ursache, oft ein Trauma.

Bei Traumaüberlebenden ist es so, dass sie im späteren Leben oft erkennen, wie sie in bestimmten Situationen augenblicklich, ohne etwas daran ändern zu können, ganz bestimmten Empfindungen, Eingebungen oder Verhaltensweisen unterliegen. Sie können solche meist unangemessenen Reaktionen weder sich selbst noch anderen erklären. Psychoanalytisch oder verhaltenstherapeutische Interventionsorientierte Therapien vermögen an ihrem scheinbar irrationalen Verhalten oder Empfinden meist nichts zu ändern. Hierbei wird es sich oft um Abspaltungen (Dissoziation) von traumatischem Material handeln, die aus dem normalen Schutzmechanismus der Psyche heraus entstehen, wenn emotional nicht zu bewältigende Situationen erlebt wurden.

Je nach der Größe der traumatischen Überforderung scheint das individuelle Bewußtseinssystem bestimmte dissoziative (abspaltende) Reaktionsweisen als Ausweichmöglichkeiten dauerhaft (also strukturell) zu etablieren (abgespaltene Gefühle von z. B. Hilflosigkeit und Todesangst), um traumatische  Empfindungen und Erfahrungen isoliert (splitterhaft), also nicht-integriert (im Gedächtnis), zu speichern (d.h. abzuspalten) und sie auf diese Weise (zunächst) unschädlich zu machen.

Diese abgespaltenen und nicht integrierten Traumaanteile sorgen letztendlich für Symptome und befremdliches Verhalten, weil sie sich erstens zeitlich nicht weiterentwickeln und zweitens heraus aus der Isolation wollen. Meistens liegen die Traumata in der Kindheit.

Das Problem ist, dass man als Betroffener fast keine Chance hat, dieses Dilemma selbst zu lösen und, dass es auch nicht reicht, nur darüber zu reden oder sein Verhalten ändern zu lassen. Denn das Bewusstsein will ja gar nicht dorthin sehen – deswegen ist es ja abgespalten worden. Rationales, bewusstes Analysieren hilft also nicht. Es braucht Methoden, die an diese Traumaanteile herankommen, um diese in die Biographie des Betroffenen zu integrieren.

Das gelingt in hervorragendem Maße mit der medizinischen Hypnose.