Was ist seelische Gesundheit?

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Jedem ist sicherlich klar, dass die Seele ein sehr komplexes Gebilde ist – oder nennen wir es besser Psyche?

Ein gesundes seelisches Verhalten ist gegeben, wenn der Umgang mit Gefühlen, also dem Ausdruck von Seele, im Gleichmaß verläuft, d. h. keine großen Ausschläge im Verlauf aufweist. Aber was formt die Seele, das Verhalten und die Gefühle? Dazu muss man etwas weiter ausholen. Wenn wir davon ausgehen, dass ein werdender Mensch erst einmal eine “gesunde” Seele besitzt, was kann dann schief laufen, dass sie aus dem Ruder läuft? Genau, intuitiv sehr vieles! Fangen wir mit der Zeugung an. Wie war es? Wurde durch Liebe, Gewalt oder Fahrlässigkeit gezeugt? Hatte die werdende Mutter vorher schon Abtreibungen oder Fehlgeburten? Ist die Schwangerschaft ohne Drogen und heftige Gefühle verlaufen? Ist der Vater, die Mutter, in der werdenden Familie geblieben? Wie war die Geburt? – Kaiserschnitt, lange andauernd, traumatisch, war das Kind gesund? Wie hat die Mutter reagiert? Gab es Depressionen? Wie waren die ersten 3-4 Jahre der Kindheit? …… Die Liste der Fragen könnte man bei Weitem noch ausbauen, aber es ist bis hier hin sicherlich jedem klar geworden, welche Einflussfaktoren das gesunde seelische Wohlbefinden stören können. Zudem kommen noch unbewusste Übertragungen der Eltern auf das Kind hinzu. Gerade von der Mutter, weil sie meistens die engste erste Bezugsperson ist, wir die seelische Struktur eins zu eins auf das Kind transferriert mit dem Nachteil, dass es später vielleicht Symptome und Verhalten entwickelt, die nicht zu ihm gehören. Das ist bewiesen und kann bis zu 4-5 Generationen betreffen. Des Weiteren kann man sich gut vorstellen, dass Mütter und Väter, die in ihrer eigenen Kindheit oder später schlimme Erfahrugen gemacht haben, prädestiniert dafür sind, einene negative Prägungen dem Kind aufzubürden. Machen wir ein Gedankenspiel. Nehmen wir nur einmal an, dass die Mutter, die vorher Fehlgeburten hatte, nun eine Schwangerschaft erlebt, die die Wahrscheinlichkeit beinhaltet, dass alles gut verläuft. Aber zu welchem Preis? Sie hat ständig Angst und Besorgnis, dass es wieder fehl gehen könnte. Diese Angst ist so groß, dass es das Kind schon im Mutterleib erfährt, dort, wo es die engste Verbindung über Nabelschnur, Blut und Hormone hat. Die Zeiten, dass werdende Kinder nichts empfinden oder fühlen sind schon lange vorbei. Was bedeutet das für das werdende Kind? Nun, diese erste Angsterfahrung wird sozusagen im limbischen System abgespeichert und als Referenz für späteres Erleben mit in die Gefühlswelt einbezogen, ja sogar die körperliche Entwicklung kann betroffen sein, was sich daher in der Körperhaltung ausdrücken kann. Werden nach der Geburt noch belastende Erfahrungen gemacht, sind die Prognosen für ein gesundes seelisches Wachstum schlecht. Kinder können erst ab ca. 11-12 Jahren eine Strategie verwenden, sich gegen stressige Ereignisse zu schützen (aufgrund sich entwickelnder Hirnregionen). Vorher ist es oft ein traumaartiges Erleben, dass sich tief in die Seele und Gefühlswelt “einfrisst”. Genau solche Erfahrungen bzw. die Summe solcher negativen Erfahrungen sorgen mit der Zeit zu seelischen und körperlichen Symptomen, da sich die Seele durch den Körper ausdrückt.